Ein Workshop „Schüler planen ihre Zukunft“ fand am Dienstag, 28. September 2010 in der Aula des Heinitz-Gymnasiums statt. Vier Stunden lang zerbrachen sich Schüler der siebten bis 13. Klasse der Oberschule sowie des Gymnasiums Rüdersdorf die Köpfe über die Zukunft der Gemeinde. Durchgeführt wurde die Veranstaltung durch die BSG Brandenburgische Stadterneuerung mbH, die in der Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin auch die beiden Sanierungsgebiete Ortszentrum sowie Ortskern Hennickendorf betreut. Unterstützt wurden sie durch drei Vertreter der AG Jugend – die Schulsozialarbeiterin Danuta Falkenberg, die Leiterin des Jugendzentrums Notausgang Gabriele Mörke sowie den Jugendkoordinator Mario Reimann.
Die Gemeinde möchte das Quartier „Brückenstraße / Friedrich-Engels-Ring“ zum Fördergebiet im Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ entwickeln. Das zuständige Landesamt für Bauen in Cottbus will nach einem Besuch in Rüdersdorf die Ambitionen der Kommune unterstützen.
Sichtlich beeindruckt hörte sich Bürgermeister André Schaller die Ergebnisse aus den drei Arbeitsgruppen „Umwelt und Verkehr“, „Wohnen und Freizeit“ sowie „Bildung und Sport“ an. Manche Themen kamen ihm wohl schon bekannt vor. Schaller versprach den Schülern, einige der angesprochenen Probleme rasch anzugehen. Im Übrigen bat er die Schüler aber auch um Geduld: Planung, Abstimmung und Finanzierung von Vorhaben einer Gemeinde ließen sich nicht von heute auf morgen umsetzen. Es könne auch sein, dass im Ergebnis einer Diskussion der eine oder andere Punkt als nicht umsetzbar abgehakt werden müsse. In jedem Fall versprach er den Vertretern der beiden Schulen die Information über den Fortgang von Planung und Umsetzung der Projekte.
Uwe Schieferdecker von der BSG war außerordentlich fasziniert von dem Interesse und der Mitwirkungsbereitschaft der Schüler. Die Teilnehmer ließen es sich nicht nehmen, die Schlussfolgerungen ihrer Arbeitsgruppe vor der großen Runde der Aula zu präsentieren. Dazu gehören:
- Sicherung und Modernisierung der Freizeiteinrichtungen, Schaffung eines multifunktionalen Treffpunkts für die Pausen und auch für Aktivitäten außerhalb des Unterrichts im Quartier „Brücke“.
- Seit langem wünschen sich die Schüler einen attraktiven Bolzplatz
- Die Schüler sprachen sich für gemeinsame Nutzung der Einrichtungen der Oberschule und des Gymnasiums sowie gemeinsame Veranstaltungen aus
- Die Ausstattung der Klassenzimmer z.B. mit Computer, die Renovierung und Modernisierung der Oberschule wurden gefordert
- Die Aufwertung des Umfeld der Schulen und Wohngebäude z.B. mit mehr Grün und die Sanierung der Wohnbauten im Quartier Brückenstraße / Friedrich-Engels-Ring an sich
- Verbesserung der Verkehrsanbindungen: Wenn sich der Unterricht drei Minuten verlängert, wäre der Bus weg und die Schüler müssten eine Stunde auf den nächsten Bus warten
- Kritisiert wurde, dass Busse und Bahnen bei Schulende überfüllt wären. Außerdem dürften Schüler teilweise die Linienbusse nicht benutzen
- Die Verbindung zum Ortszentrum soll für durch eine Fußgänger und Radfahrer durch den Bau der Peter-Lübkes-Brücke verbessert werden
- Die Schüler sprachen sich für ein spannenderes Einzelhandels- und Gastronomieangebot im Rüdersdorfer Ortszentrum aus: Genannt wurden u.a. McDonalds oder Subway, Sport- und Klamottenläden wie etwa NewYorker
Die Kritiken, Visionen und Aufgaben werden von der BSG dokumentiert und fließen in das integrierte Handlungskonzept für das Rüdersdorfer Quartier Brückenstraße / Friedrich-Engels-Ring ein. Das Konzept wird im weiteren Verfahren mit der Verwaltung und der Gemeindevertretung einerseits sowie dem Land Brandenburg als möglicher Fördergeber andererseits abgestimmt.
Text und Bild: Dr. Uwe Schieferdecker

