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Das ehemalige Chemiewerk Rüdersdorf (28.10.2016)

Aus der Werksgeschichte 

 

Das ehemals sumpfige Tal nordwestlich des Rüdersdorfer Kalkberges wurde im Verlaufe der letzten drei Jahrhunderte des Kalksteinabbaus systematisch mit für die damalige Zeit unbrauchbarem Kalkstein aufgefüllt. Ausgetorfte Areale sind heute tragfähiger Boden für industrielle Ansiedlungen. Auf diesem Baugrund begann um 1900 die Geschichte des Zementwerkes von C.O. Wegener, dem auch Tongruben und Ziegeleien in der Nähe gehörten.

Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 übernahm die Preussag den Betrieb, um hier unter Nutzung vorhandener Betriebseinrichtungen, wie z.B. Zementöfen, eine komplette neue Technologie zur Erzeugung synthetischen Bauxits für die kriegswichtige Aluminium-Produktion einzuführen. Etwa 95% der jetzt noch stehenden Bausubstanz stammt aus den Jahren 1940-1942. Bis Kriegsende wurden noch etwa 3400 t dieses Materials hergestellt. Aufgrund der neuesten technischen Ausstattung geriet das Tonerde-Werk sofort in den Focus der Demontagebestrebungen der sowjetischen Besatzung. Die Betriebsstätte wurde komplett ausgeräumt, selbst Türen, Fenster und Dachrinnen gingen auf die Reise gen Osten.

Die Sowjetische Militäradministration (SMAD) veranlasste per Befehl 106 am 25.08.1949 eine Wiedereinrichtung des ehemaligen T-Werkes mit dem Ziel, in den leeren Hallen eine Düngemittelproduktion zu installieren. Das Glühphosphatwerk war geboren. Aus Kola-Apatit und Kieserit wurde im Drehrohrofen ein Magnesiumphosphat hergestellt. 1959 betrug die Jahresproduktion 21000 t.

Mit derselben Technologie wurde ab 1972 versucht, ein Calcium-Natrium-Phosphat für die industrielle Tierhaltung in der DDR zu erzeugen, was aber wegen der kurzen Drehrohröfen nicht zufriedenstellend gelang. Deshalb wurde ganz groß investiert und mit zwei 100 m Drehrohröfen nebst den Einrichtungen zur Abgasreinigung, Vermahlung und zum Versand eine zu rund 80% neue Verfahrensweise aus dem Boden des VEB Chemiewerk Coswig Betriebsteil Rüdersdorf gestampft.

Das von da an erzeugte, hochwertige Futterphosphat wurde europaweit unter dem Namen RÜKANA vertrieben. 1988 lag der Produktionsausstoß bei 180000 t. Mit nur einer Ofenanlage und drastisch verringertem Personalbestand wurde bis 1999 noch weiter produziert. Die leider von anderen Interessen geleiteten „Investoren“ steuerten zielsicher die Rüdersdorfer Futterphosphat GmbH in die Insolvenz. Nach Ausschlachtung der Insolvenzmasse diente seit 2000 die abenteuerliche Ruine als Drehort für diverse Kriegsfilme und Action-Produktionen. Besonders bemerkenswert waren: „Enemy at the Gates“ (Stalingradfilm) und „The Monuments Men“. „Rammstein“ inszenierte hier ihre Mondlandung und die „Spezialisten“ der „GSG9“ von SAT 1 tobten  sich in den alten Gemäuern aus.

 


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