Rüdersdorf bei Berlin


Hans-Striegelski-Str. 5
15562 Rüdersdorf bei Berlin

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1992 wurde das Amt Rüdersdorf aus den Gemeinden Rüdersdorf, Herzfelde, Hennickendorf und Lichtenow gebildet. Durch die Gemeindegebietsreform wurde das Amt Rüdersdorf aufgelöst. Mit der Wahl am 26.10.2003 wurde aus der bisherigen Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin, eine Großgemeinde, mit den drei Ortsteilen Herzfelde, Hennickendorf und Lichtenow. Die Gemeinde hat nun eine Gesamtfläche von 70,12 km² und etwa 15.300 Einwohner.

 

Das Wappen der Gemeinde zeigt in Gold eine bewurzelte grüne Linde, begleitet von zwei roten Schilden, darin vorn gekreuzte silberne Schlägel und Eisen, hinten eine beblätterte silberne Rübe. Die Linde weist auf die historische Dominanz dieses Baumes hin. Die beiden Schilde deuten auf den im 13. Jh. durch das ZisterzienserklosterZinna begonnenen und noch heute die Wirtschaftssituation des Ortesbestimmenden Kalksteinabbau einerseits und die landwirtschaftliche Produktion andererseits.

Geschichte

30 Kilometer östlich von Berlin gelegen - ist seit alters her durch seine einmalig in der Mark Brandenburg vorkommende Kalksteinlagerstätte bekannt. Das Dorf - eine Gründung der Zisterzienser - entstand 1235 - 1250 im südöstlichen Barnim, wo das Kloster Zinna als Besitzer eines großen Landgebietes zehn Dörfer gründete. In diesem Zeitraum entdeckten der Sage nach Rüdersdorfer Bauern auf ihrer Feldflur das zutage tretende Kalkgestein. Bereits zum Bau des Dominikanerklosters in Strausberg 1254 wurde Rüdersdorfer Kalkstein verwendet. Um 1250 entstand die spätromanische Feldsteinkirche, die mit ihrem trutzigen Wehrturm der älteste noch erhaltene Bau aus der Gründungszeit Rüdersdorfs ist.


Urkundlich wurde Rüdersdorf (Roderstorp) erstmalig 1308 - 1319 erwähnt. Mit der Annahme der Reformation durch Kurfürst Joachim II. und der Säkularisierung des Klosters Zinna fiel der gesamte Besitz 1553 an den Landesherrn. In Rüdersdorf entstand in dieser Zeit ein Jagdschloss, als der Kurfürst oft seiner Jagdleidenschaft in den heimischen Wäldern frönte. 1571 wurde der ehemalige Klosterbesitz mit der Gründung des Domänenamtes Rüdersdorf in die kurfürstliche Verwaltung eingeordnet. Während des 30-Jährigen Krieges brannte das von seinen Bewohnern verlassene Dorf völlig nieder.

1652 waren nach Landreiterstatistik drei Kossäten, vier Freileute, zwei Bergarbeiter, der Bergschreiber und der Pfarrer anwesend. Um 1710 waren wieder alle neu erbauten Höfe im Dorf besetzt. 1734 wurden 246 Bewohner in Rüdersdorf gezählt.

Auf Rüdersdorfer Grund und Boden entstand 1664 am Kesselsee eine kurfürstliche Steinbrecheransiedlung namens „Alter Kalckgrundt" mit zehn Hausstellen. Einige Jahre später entstand im Tal des Tasdorfer Mühlenfließes eine weitere Steinbrecheransiedlung in der Nähe des alten Bergschreiberhauses namens „Neue Berge".


Für den Ausbau Berlins und Cöllns zur Festungsstadt lieferte Rüdersdorf große Mengen an Kalkstein. Beide Ansiedlungen bildeten den Kern des später gegründeten Bergmannsdorfes Kalkberge. König Friedrich II. ließ, um den Bergbau zu fördern, Häuser für Kolonisten mit der Verpflichtung zur Bergarbeit 1764 - 1765 erbauen. In Rüdersdorf entstand die Kolonie „Hortwinkel" 1784 - 1785 für invalide Soldaten des Königs. Am 12. Mai 1812 brach im Dorf ein Brand aus, der sämtliche Bauernhöfe erfasste. Eine neue Kolonie zwischen Rüdersdorf und dem Hortwinkel war um 1845 im entstehen. Sie trug als Bergarbeitersiedlung den Namen „Neue Welt". 1856 hatte Rüdersdorf 1224 Einwohner, davon 13 Bauernfamilien, 105 Arbeiter- und 172 Bergarbeiterfamilien.


Im Juli/August 1887 verlebte Theodorf Fontane seinen Dichterurlaub im Seebad Rüdersdorf am Kalksee. Gasthaus und Seebad waren auf dem Grundstück der alten Ziegelei Kalksee um 1865 neu erbaut worden.

Das neue Zeitalter hielt Einzug in Kalkberge - Rüdersdorf. Mit dem Bau der Berlin - Frankfurter Eisenbahn 1841 und der Ostbahn 1860, die noch weit ab von Rüdersdorf verkehrten, wurden erstmals Reisewege erschlossen. Seit 1877 verband die Dampfschifffahrt die Rüdersdorfer Kalkberge mit Erkner. Neue Straßen, Brücken und Chausseen verbanden Rüdersdorf mit seinen Nachbarorten. 1900 zählte Rüdersdorf 2 996 Einwohner. Der Tourismus zu den jährlichen Bergfestfeiern mit Besuch der Kalksteinbrüche und anschließender Sprengung wurde immer mehr zum Anziehungspunkt Rüdersdorfs.

1908 wurde Kalkberge - Rüdersdorf vom Stummfilm entdeckt. Zahlreiche Filmgesellschaften nutzten die Rüdersdorfer Kalksteinbrüche, den Ort und die Seen als Freiluftatelier. Mit dem verbunden sind klangvolle Namen von Regisseuren und Filmschauspielern wie Harry Piel, Ernst Lubitsch, Joe May, Harry Liedke, Pola Negri, Lil Dagover, Maria Carmi, Henny Porten, Hilde Sessak, Hans Albers und Emil Jannings.

Am 31. März 1931 entstand die Großgemeinde Kalkberge (ab 1934 Rüdersdorf genannt) aus den Landgemeinden Kalkberge, Rüdersdorf und Tasdorf mit 10 707 Einwohnern. Sie vereinte in sich sowohl die industriellen Anlagen (Zementfabriken, Kalkwerke und Kalksteinbrüche) wie auch die ländlichen Gebiete der drei Gemeinden.

1934 begannen die Arbeiten zum Bau der Reichsautobahn mit dem Berliner Ring. 1937 wurde der Ostring mit den mächtigen Brückenviadukten Talübergang Rüdersdorf eröffnet. Von 1935 - 1938 erbaute die Preussag Rüdersdorf in der ehemaligen Kiesgrube der Kalksandsteinfabrik Michel eine Siedlung, bestehend aus 70 Wohnhäusern, mit Namen „Bergmannsglück". 1936 wurden hier 50 Bergarbeiterfamilien aus der Niederlausitz angesetzt.

Am 21. April 1945 wurde Rüdersdorf der Roten Armee übergeben. Bei Bombenangriffen und Kampfhandlungen im Ort starben 35 Menschen. An der Front des von Deutschland am 1. September 1939 begonnenen Weltkrieges fielen 305 Soldaten aus Rüdersdorf. Im Kriegsgefangenenlager Rüdersdorf sind nach 1945 weitere 750 Menschen verstorben.

Rüdersdorf wurde in der Nachkriegszeit der größte Baustoffproduzent in Ostdeutschland. 1953 erhielt der Ort durch den Bau der Thälmannschule erstmals eine Gesamtschule und 1956 ein kulturelles Zentrum mit dem Martin-Andersen-Nexö-Haus. In den Jahren 1965 - 1967 wurden am Kalksee neue medizinische Einrichtungen für den Ort und Kreis erbaut. Es entstand das neue Kreiskrankenhaus mit Kinderstation und Poliklinik.

Mit dem Beschluss, 1969 eine fünfte Drehrohrofenstraße im Zementwerk IV zu erbauen, wurden tief greifende Einschnitte in die Struktur des Ortsteils Kalkberge notwendig. Seit 1972 begann die Teilortsverlagerung im Bereich der Reden-, Garten-, Breitscheid-, Schulstraße und Straße der Jugend. Sämtliche Grundstücke wurden geräumt und die Bewohner zogen in die Neubauwohnungen in der Brückenstraße. Anfang der 80-er Jahre wurde der Seilscheibenpfeiler und große Teile der Heinitzstraße geräumt und abgerissen. Der Heinitzsee - ehemals ein gefluteter Tagebau - wurde 1975 - 1976 gesümpft und für den Restabbau genutzt. Damit war nicht nur der einstige Königssee der Mark Brandenburg verschwunden, sondern auch die alten historischen Wohngebiete des Bergmannsdorfes Kalkberge.

In der Wendezeit - nach Untergang der alten Strukturen der DDR - veränderten sich Politik, Verwaltung und Wirtschaft. Der neue Besitzer des Kalksteintagebaus und der Zementfabriken sah eine der ersten Maßnahmen in der Verbesserung des Umweltschutzes und des Abrisses der zerschlissenen Zementfabriken. Die Senkung der Staubemission in Rüdersdorf konnte bis 1995 erfolgreich durchgeführt werden.

Reinhard Kienitz Ortschronist http://www.ruedersdorfer-heimatfreunde.de/

 


Aktuelle Meldungen

FunCup 2013 - Spiel und Spaß für alle Sportler und Sportbegeisterte

(26.06.2013)

Am Samstag, den 22. Juni 2013 fand nun schon zum vierten Mal der FunCup auf dem unmittelbar am Stienitzsee gelegenen Sportplatz in Hennickendorf statt, der vom Hennickendorfer SV 90 e.V. und dem V³ Hennickendorf 2000 e.V.  zur Verfügung gestellt wurde.

Bei herrlichstem Sommerwetter kam nicht nur Bürgermeister André Schaller, welcher mit seinem eigenen Gemeindeteam vertreten war, ins Schwitzen. Auch sieben weitere Mannschaften aus ganz verschiedenen Bereichen, wie der DLRG Hennickendorf, die Freizeitmannschaft Wachtelstürmer, aber auch Sportmannschaften, wie der HC Hennickendorf 625 e. V., stellten sich den Herausforderungen des Teamsports. Zu den Sportdisziplinen gehörten wie jedes Jahr Handball, Fußball und Beachvolleyball, in denen sich schlussendlich die Freizeitmannschaft Car-Rossis mit dem wohlverdienten ersten Platz durchsetzen konnte.

Einen wunderschönen Sporttag für Groß und Klein ist nicht zuletzt auch und vor allem der Organisation durch den HC Hennickendorf 625 e. V zu verdanken. Dem Ziel des Turniers, die Zusammenarbeit und den Zusammenhalt verschiedener Vereine in der Gemeinde zu stärken, ist man hier auf jeden Fall einen großen Schritt näher gekommen.

 

Foto: Bürgermeisterteam des FunCup 2013

Foto zu Meldung: FunCup 2013 - Spiel und Spaß für alle Sportler und Sportbegeisterte

Einweihung der ersten Tafel des historischen Rundgangs durch Rüdersdorf

(23.10.2012)

Am 22. Oktober 2012 wurde am Rathaus der Gemeinde Rüdersdorf bei Berlin die erste von insgesamt zwölf Tafeln eines historischen Ortsrundgangs durch den Gemeindevertreter und Vorsitzenden des Wirtschafts- und Tourismusausschusses, Herrn Sven Templin, sowie den Rüdersdorfer Ortschronisten, Herrn Reinhard Kienitz, feierlich eingeweiht. Die weiteren elf Tafeln werden im Jahr 2013 aufgestellt. Sie weisen auf historisch bedeutsame Gebäude in unserer Gemeinde hin und ermöglichen jedem interessierten Bürger, sich in etwa zwei Stunden über die Bauwerke zu informieren.

Foto zu Meldung: Einweihung der ersten Tafel des historischen Rundgangs durch Rüdersdorf

Fertigstellung Gehweganschluss Peter-Lübkes-Brücke

(27.06.2012)

Die Bauarbeiten zum "Gehweganschluss Peter-Lübkes-Brücke/Rudolf-Breitscheid-Straße“ im Ortsteil Rüdersdorf sind beendet.

Der Zugang zur Brücke über eine provisorische Treppenanlage gehört nun der Vergangenheit an. Diese wurde durch eine massive Steintreppe ersetzt, welche links und rechts von einem Geländer eingerahmt wird.

 

Zusätzlich hat das Brückenkomitee mit seinen Vorsitzenden, Frau Heidi Gliesche und Frau Dr. Nachtigall, mit Hilfe von Spendengeldern 2 massive Bänke aufstellen lassen. Eine Bank steht oberhalb der Steintreppe, die andere befindet sich am Ende des asphaltierten Zugangs zur Karlstraße.

 

Anlässlich der Einweihung der Bänke gab es am 26.06.2012 um 18:00 Uhr eine Eröffnungssitzung mit zahlreichen Besuchern. Das Brückenkomitee organisierte ein Buffett, der Ortschronist Herr Kienitz erzählte etwas aus der bewegten Geschichte der Brücke und auch die Sonne meinte es zur Eröffnung gut mit den Gästen.

 

Vielen Dank allen Brückenoptimisten!

 

In der Fotoserie finden Sie einige Bilder.

Foto zu Meldung: Fertigstellung Gehweganschluss Peter-Lübkes-Brücke


Veranstaltungen

10.06.2014 bis 10.09.2014
15:30 Uhr
Neue Ausstellung im Rathaus.
Ab dem 10. Juni 2014, 15.30 Uhr präsentieren die Fotofreunde Rüdersdorf im Rathaus ihre ... [mehr]
 
01.09.2014 bis 05.09.2014
10:17 Uhr
Venen-Aktionswoche
Wir führen eine Venenmessung durch (Kostenbeitrag:5,-€), Sonderangebote bei Stützstrümpfen, Beratung! [mehr]
 
01.09.2014 bis 06.09.2014
14:00 Uhr
13. Rüdersdorfer Gesundheitstage
Montag, 01.09.2014 11.00 Uhr Vortrag: Wie vermeide ich ... [mehr]
 
02.09.2014
19:00 Uhr
Arbeitskreis Ortschronik Lichtenow
Vorbereitung LICHTenow in der Kirche [mehr]
 
05.09.2014 bis 07.09.2014
19:30 Uhr
Stienitzsee-Festtage
Freitag, 05.09.2014 + 19.30 Uhr Lampionumzug mit Hexen und anschließendem Lagerfeuer Sonnabend, 06.09.2014 + vormittags Stienitzopen, Kidslauf, Beachvolleyballturnier + ab 17.00 Uhr Fest im Zelt mit Vorprogramm durch den Volkschor ... [mehr]
 
06.09.2014
11. Stienitzsee Open
Am Samstag, 06. September 2014, ist das Strausberger Mühlenfließ wegen der 11. Stienitzsee Open ... [mehr]
 
07.09.2014
Gottesdienste
09:00 Uhr - Kirche Rehfelde 10.30 Uhr - Kirche Lichtenow [mehr]
 
27.09.2014
15:00 Uhr
Herbstmark Herzfelde
Am sonnabend, den 27.09 veranstalten die Vereine des Ortsteils Herzfelde ab 15:00 Uhr den Herbstmarkt. Ort der Veranstaltung ist die Lindenstraße vor der evangelischen Kirche. Wir laden alle Interessierten recht herzlich zum Kauf von ... [mehr]
 
07.10.2014
19:00 Uhr
Arbeitskreis Ortschronk Lichtenow
Auswertung LICHTenow in der Kirche [mehr]
 
04.11.2014
19:00 Uhr
 
09.12.2014
19:00 Uhr